Velemér

Velemér, bekannt für seine mittelalterliche Kirche, liegt im südwestlichen Zipfel des Komitats Vas, in der als „Belső Őrség“ bezeichneten Region. Im Westen grenzt es an Slowenien, im Südosten an das Komitat Zala. Das Dorf erstreckt sich zu beiden Seiten der Landstraße, die entlang des Baches verläuft. Die Landstraße, die durch die Mitte der charakteristischen, streifenförmigen Siedlung verläuft, wird eher von Ackerflächen gesäumt, da die meisten Häuser auf den parallel zur Landstraße verlaufenden Hügeln erbaut wurden. In schriftlichen Quellen taucht der Ort ab dem Ende des 13. Jahrhunderts unter verschiedenen Namen auf: Der ursprüngliche Ortsname – benannt nach seiner Kirche – lautete „Szent Trinitas“, also „Dorf der Heiligen Dreifaltigkeit“. Später setzte sich der Name „Velemér“ durch, was „weißes Licht“ oder „Sonnenschein“ bedeutet. Er lässt sich auch mit dem Namen des Fürsten Valamár in Verbindung bringen, der sich Mitte des 5. Jahrhunderts als einer der Anführer der Ostgoten in Pannonien niederließ. Die ursprünglichen Bewohner lebten westlich der Kirche auf dem Dania-Berg sowie auf den südlich davon gelegenen Hügeln Tapolca und Kurtusa, die durch Sümpfe, Schilf und Eichenwälder geschützt waren. Nach der Abholzung der Wälder und den Verwüstungen durch die Türken zog die Bevölkerung an den Lóka-Bach. In der Nähe gefundene türkische Schwertgriffe belegen die Anwesenheit der Türken. Der Volksüberlieferung zufolge ließ der Pascha unter der Brücke über den Bach einen Mann namens Soós enthaupten, da dieser keine Steuern zahlen wollte. Die Bevölkerung suchte Zuflucht in der Kirche, doch von dort lockte sie ein Türk, der Ungarisch sprach, hinaus, und fast alle wurden mit dem Schwert hingerichtet. Ab dem 15. Jahrhundert ging das Dorf in den Besitz der Familie Batthyány aus Németújvár über.

Die der Heiligen Dreifaltigkeit geweihte frühgotische Kirche stand bereits Ende des 13. Jahrhunderts am Rande des Dorfes und überstand die Jahrhunderte ohne größere Umbauten in ihrem mittelalterlichen Zustand. Die Fresken stammen von János Aquila aus dem Jahr 1378, dessen Werke in vier weiteren Ortschaften der Umgebung erhalten geblieben sind (Mártonhely und Bántornya in Slowenien sowie Fürstenfeld und Radkersburg in Österreich).