Őriszentpéter

Őriszentpéter ist eine Stadt im Südwesten des Komitats Vas, im Bezirk Körmend gelegen, und gilt als die „Hauptstadt der Region Őrség“.  Őriszentpéter ist die kleinste Stadt im Komitat Vas und die zweitkleinste Stadt Ungarns sowie die Hauptstadt der Region Őrség.

Őriszentpéter, das 2005 den Status einer Stadt erhielt. Die Kleinstadt mit knapp 1.300 Einwohnern wurde im Tal des Flusses Zala auf sieben Hügeln erbaut. Die Siedlungsstruktur bewahrt bis heute die traditionelle Bauweise: die „Szer“-Siedlungsform. Őriszentpéter besteht aus neun „Szer“: Városszer, Alszer, Baksaszer, Kovácsszer, Égésszer, Galambosszer, Keserűszer, Templomszer und Siskaszer. Einige davon tragen die Namen alter, seit jeher ansässiger Familien. Die Ortschaft wird erstmals in der Urkunde von König László IV. aus dem Jahr 1280 als Wohnort der „Wächter von Zalafő“ erwähnt, d. h. als „Ort namens Szentpéter am Fluss Zala“. Sie wird zudem als befestigter Ort bezeichnet, was bedeutet, dass sich auf ihrem Gebiet ein „castellum“ befand. Diese mittelalterlichen Festungen gewannen im Kampf gegen die Türken an Bedeutung und entstanden meist als Verstärkung der Kirche, so wie auch in Őriszentpéter. In Templomszer befindet sich die dem Heiligen Petrus geweihte Pfarrkirche aus dem 13. Jahrhundert, die im Mittelalter auch als Festung diente. Der im 16. Jahrhundert angelegte riesige Graben ist noch heute um die Kirche herum erhalten. Die Burg überstand jedoch das 17. Jahrhundert nicht. Die in der Nähe der Kirche ausgegrabene Ziegelbrennerei aus dem 17. Jahrhundert kann heute als Denkmal besichtigt werden. Die andere denkmalgeschützte Kirche der Ortschaft ist die spätbarocke reformierte Kirche in Városszer, die aufgrund ihrer hervorragenden Akustik auch als Veranstaltungsort für Konzerte klassischer Musik dient. Im Garten der Ortschaft errichteten die Einwohner von Őrség im Jahr 2006 eine Gedenkstele – ein Werk von József Palatkás senior und junior – und pflanzten einen Gedenkbaum zum Gedenken an die Opfer der Vertreibungen in den 1950er Jahren. Gegenüber der reformierten Kirche befindet sich das Kulturhaus; im Obergeschoss des Gebäudes ist die Edit-Szikszai-Sammlung für Lokalgeschichte untergebracht. Benannt wurde sie nach der Lehrerin, die die Sammlung der hier ausgestellten volkskundlichen und heimatkundlichen Exponate initiiert hat. Die Verwaltung des Nationalparks Őrség befindet sich in der Városszer 57.
Unter der Hausnummer Városszer 116, in einem Mühlengebäude aus dem 19. Jahrhundert, befindet sich das Besucherzentrum „Malom“, das als Informationsstelle und Ausstellungsort dient sowie als Organisator und zentraler Veranstaltungsort der Kulturfestivals in Őrség fungiert (z. B. „Hétrétország“ – das Fest der Höfe und Gehöfte, jedes Jahr im August) . Traditionell findet jedes Jahr am letzten Wochenende im Juni in Őriszentpéter der Őrség-Markt statt, und Anfang Oktober das Internationale Kürbisfest.